Tagung

Internationale Tagung an der Ruhr-Universität Bochum (18.-20. Februar 2020):
Stalinkomplex!? Deutsche Kulturkader im Moskauer Exil und in der DDR

 

Nicht nur die Bürger der Sowjetunion, sondern auch deutsche Emigranten, die vor Hitler Zuflucht gesucht hatten, darunter viele Künstler, waren dem Stalinismus als Herrschaftssystem und Alltagsphänomen ausgesetzt. Wie wurden ihr Handeln und Denken durch diese Erfahrung geprägt? Welches „Exilgepäck“ brachten diejenigen mit, die 1945 nach Deutschland zurückkehren konnten? Wie stark bestimmten stalinistische Kämpfe und Konfliktmuster den oft positiv beschriebenen kulturellen Neuanfang?

Von einem ausgewiesenen Kreis von Experten mit einem unterschiedlichen wissenschaftlichen Erfahrungshorizont sollen diese Fragen diskutiert und in eine breitere Öffentlichkeit gebracht werden. Für die Erforschung von Exil und DDR, aber auch eine vergleichende europäische Kommunismusgeschichte sind auf diese Weise neue Impulse zu erwarten: Zu fragen ist nach Parallelen zwischen dem sowjetischen Hochstalinismus und dem spät- und poststalinistischen Zeitabschnitt im westlichsten Satellitenstaat, zudem nach den Trägern dieser Erfahrungen und ihren je individuellen Verarbeitungen politischer Umbrüche und biografischer Zäsuren.

Die Tagung wird gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.


Ausstellung „Ich kam als Gast in euer Land gereist …“ Deutsche Antifaschisten in der Sowjetunion 1933 – 1956
Universitätsbibliothek ab 19.02.2020

 

Tagungsprogramm

Das Tagungsprogramm finden Sie hier.

Alle Vorträge finden im Tagungsraum II der Mensa statt. Ausnahmen: die öffentliche Lesung von Eugen Ruge (im Zeitmaultheater) und der Vortrag zur Eröffnung der Ausstellung von Wladislaw Hedeler (UB Raum 0/03).